Solarpanel
Bei einem bekannten Online-Auktionshaus gibt es gelegentlich sehr preisgünstige
Angebote für Solarzellen, die bei der Herstellung aussortiert wurden,
weil sie die gewünschte Leistung nicht
ganz erreichen. Dabei erreicht der tatsächliche Wirkungsgrad solcher Zellen
üblicherweise immerhin ca. 80% der Nennleistung, der Preis pro Zelle
liegt mit ca. 2 Euro bei nur 20% des üblichen Verkaufspreises. Somit bieten solche
Zellen eine sehr preisgünstige Möglichkeit, Solarpanels aufzubauen.
Leider werden solche Solarzellen nicht in Form von Panels verkauft, sondern man
bekommt die Siliziumplättchen geliefert, die hauchdünn und somit sehr zerbrechlich
sind. Um sie im Freien platzieren zu können, benötigt man eine Möglichkeit, selbige
sicher in ein transparentes, temperatur- und wetterfestes Gehäuse unterzubringen.
 Solarpanel im Glasgehäuse
|
Die Idee war nun, zwei Glasplatten als Gehäuse zu verwenden, und diese mit Silikonkitt
zusammenzukleben, wodurch in der Mitte ein Spalt übrigbleibt. Da die Solarzellen sehr
dünn sind, passen sie problemlos dazwischen. Als Glasplatten wurden die Scheiben zweier
Bilderrahmen verwendet, wie man sie günstig in jedem Baumarkt bekommt. Es wurden sechs
dieser Zellen in Reihenschaltung zusammengelötet und mit Kupferdrähten versehen. Als
Schwierigkeit stellte sich dabei die dünne Zinnschicht auf de Rückseite der Solarzelle
heraus, es erfordert etwas Geschick, hier die Leitungen festzulöten. Trotzdem ist es
möglich, eine sichere elektrische Verbindung zu schaffen. Die Zellen selber wurden
mit jeweils vier Punkten Silikonkitt an der Glasplatte befestigt, dann mit Silikonkitt
ein Wulst um die Zellen herumgespritzt und darauf die Glasplatte gesetzt. Um einen
Druckausgleich beim Zusammensetzen zu gewährleisten, wurde eine Metallkanüle mit
eingebracht, die später herausgezogen werden kann.
 Rückseite des Solarpanels
|
Es stellte sich heraus, dass der Silikonkitt in so einer dicken Schicht zwischen zwei
Glasplatten sehr lange benötigt, um fest zu werden (bei diesem Exemplar waren es ca.
8 Wochen). Man kann den Fortschritt der Aushärtung durch die Glasscheibe beobachten,
da der pastenförmige und ausgehärtete Kitt unterschiedliche Brechungsindizes haben.
Der Grund für diese lange Zeitdauer liegt vermutlich daran, dass der Kitt zum Aushärten
Wasser benötigt, das durch eine zunehmend dickere Silikonschicht hindurchdiffundieren
muss. Möglicherweise kann man den Vorgang durch Einbringen einiger Tropfen Wasser ins
Innere des Panels beschleunigen, jedoch sollte man dabei sehr sparsam sein, um ein
späteres Beschlagen des Panel von innen und Korrosion zu vermeiden. Weiterhin ist es
vermutlich ausreichend, eine dünnere Silikonschicht aufzutragen, damit die Aushärtung
nicht so lange dauert.
Nach dem Aushärten des Kitts erhält man auf diese Weise ein sehr preisgünstiges,
stabiles und wetterfestes Solarpanel. Das Exemplar auf dem Foto liefert bei Sonnenschein
2,4 Ampere bei 3 Volt und hat insgesamt nur ca. 16 Euro gekostet.
(c) 2007 by Hubersoft.net